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World Smile Day 2017: Keep Schmeiling!


Buero Gelb 5. Oktober 2017

Smiley_neu

 Wäre doch gelacht, wenn es neben dem Tag des Kuschelns und dem Erzähl-einen-alten-Witz-Tag nicht auch einen Tag des Lächelns gäbe – und zwar jedes Jahr am ersten Freitag des Oktobers. Wer’s erfunden hat? Na, wer wohl: Mr. Smiley, Harvey Ball.

Und das ging so: 1963 meldete sich die State Mutual Assurance Company bei der Werbeagentur Harvey Ball Advertising in Worcester, Massachusetts. Die Versicherungsgesellschaft kämpfte intern mit der Frustration ihrer neuen Mitarbeiter in Ohio. Die nämlich hatte die State Mutual im Jahr zuvor durch eine Fusion mit der Guarantee Mutual Company of Ohio übernommen.

Um die Arbeitsmoral wieder zu verbessern, kam die Versicherungsgesellschaft auf die durchaus ungewöhnliche Idee, dem Team in Ohio 100 Buttons zu schenken, auf denen „irgendetwas“ sein sollte, „das die Mitarbeiter zum Lachen bringt“. Ball nahm den Auftrag an.

Der Werber überlegte nur kurz, nahm ein Blatt gelbes Papier zur Hand, zeichnete darauf einen Kreis, zwei Punkte und einen geschwungenen Strich. Fertig war das grinsende Mondgesicht, das ihm sein Auftraggeber sofort abnahm. Der Entwurf kostete Ball gerade einmal zehn Minuten und brachte ihm 45 Dollar ein.

Der Witz an der Geschichte: Ball‘s Plan ging auf. Und wie! Denn nicht nur die Mitarbeiter aus Ohio lächelten über die gelben Grinsekreise – auch deren Freunde, Bekannte und Verwandte. Im Nu stapelten sich tausende Bestellungen. Plötzlich wollte jeder Smiley-Buttons. Und das sollte erst der Anfang sein.

Innerhalb der nächsten Jahre verkauften sich rund 50 Millionen Buttons – neben Smiley Bettwäsche, Smiley T-Shirts, Smiley Tassen, Smiley Caps… Nur: Harvey Ball, der vergessen hatte, sich das Copyright zu sichern, verdiente daran keinen müden Cent.

Auf die Idee aber kam Franklin Loufrani: Der Franzose, der 1971 bei der Zeitung „France-Soir“ arbeitete, schlug vor, positive Nachrichten mit einem Smiley zu kennzeichnen. Nach dem brutalen Vietnamkrieg und den aufreibenden Studentenunruhen wollte der Zeitungsmacher seinen Leser wieder einen Grund zum Lachen geben.

Da Loufrani schon immer ein Händchen für gute Geschäfte hatte, ließ er sich das Design und den Namen „seines“ Smileys am 1. Januar 1972 schützen – lange bevor das Grinsegesicht aus dem “O” des “France Soir” blinzelte.

Sein Gespür sollte ihm recht geben: Das neue Zeitungs-Symbol begeisterte nicht nur die Leser, sondern rief auch die großen Marken auf den Plan. Ob M & Ms, Levi’s oder Agfa – sie alle sprangen auf den Erfolgszug auf. Und Loufrani kassierte bis zu 10 Prozent des Ladenpreises.

Harvey Ball wiederum mischte sich lange nicht in den kapitalistischen Siegeszug des Grinseklons ein. Franklin Loufrani hatte auch penibel darauf geachtet, den Ur-Smiley nicht direkt zu kopieren: Der Schwung des Mundes war dezenter, die Form der Augen ovaler und deren Größe identisch. Keine großen Änderungen, aber ausreichend genug.

Erst als Franklins Sohn Nicolas 1997 den Firmensitz des Smiley-Imperiums übernahm und einen juristischen Feldzug startete, der sich gegen jede ungenehmigte Veröffentlichung eines gekritzelten Grinsegesichts richtete, wollte Harvey Ball die Habgier des „europäischen“ Smileys bremsen.

Der Mann, der von sich selbst sagte, „dass er nur ein Steak auf einmal essen und nur ein Auto auf einmal fahren“ könne, kämpfte um seine späte Anerkennung als wahrer Erfinder des Smileys. 1999 gründete er deshalb als Gegenmodell zur Loufrani‘schen Smiley World die World Smiley Cooperation, die am 1. Oktober 1999 erstmals denWorld Smile Day“ initiierte.

Dieser Tag sollte laut Ball dem Lächeln gewidmet sein: „Do an act of kindness. Help one person SMILE!” Den Erlös aus dem Verkauf von Postkarten und Buttons stiftete der Werber wohltätigen Zwecken. Nicola Loufrani, der in den USA kein Copyright besaß, zog am Ende also doch den Kürzeren.

Apropos: Harvey Ball erlebte seinen „World Smile Day“ nur zweimal. Er starb am 12. April 2001 an einem Leberversagen. Seit seinem Tod organisiert die Harvey Ball World Smile Foundation den „World Smile Day“. Schmeil!

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